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Die Funktion des Meniskus im Gelenk

 

 

Der Meniskus erfüllt im Kniegelenk zwei wesentliche Aufgaben:

 

Zum einen stellt erst er die optimale Passform des Gelenkes zwischen Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf her, ist also eine lastübertragende Struktur.

 

Zum zweiten dient er aufgrund seiner dreieckigen Konfiguration der Stabilisierung des Gelenkes zusätzlich zu den Kreuz- und Seitenbändern sowie der Gelenkkapsel.

 

Fehlt der Meniskus zu einem wesentlichen Teil, so ist die Biomechanik des Kniegelenkes also doppelt beeinträchtigt:

 

Zum einen werden die auftretenden Belastungen nicht mehr über die gesamte Gelenkfläche verteilt. Die so entsehenden Belastungsspitzen auf einem kleineren Knorpelareal führen auf die Dauer zur Gewebeüberlastung, zum Knorpelschaden und, unbehandelt, zur Arthose.

 

Zum Zweiten vermehrt die fehlende Stabilisationsfunktion, ganz besonders in Kombination mit einer Verletzung z. B. des vorderen Kreuzbandes, die Instabilität des Kniegelenkes mit folglich höheren Scherkräften, welche die Ausbildung von Knorpelschäden begünstigen.

 

So gilt dem Erhalt von Meniskusgewebe die oberste Priorität. Meniskusgewebe ist, ähnlich wie Knorpelgewebe, eine hochspezialisierte Struktur, welche sich nur sehr schwer rekonstruieren lässt.

 

 

Meniskusnaht / Meniskusteilresektion

 

Die Naht eines Meniskusrisses ist grundsätzlich in der Lage, die verletzte Struktur vollumfänglich wiederherzustellen und sollte, wenn immer möglich, angestrebt werden. Sollte ein Riss nicht heilen, so kann das Gewebe in einem zweiten Schritt immer noch entfernt werden, wenngleich auf Kosten der Langzeitfunktion des Gelenkes.

Schemazeichnung der arthroskopischen Naht eines Meniskusrisses

Schemazeichnung der arthroskopischen Meniskusteilresektion

Meniskusrekonstruktion

 

Besteht ein Zustand nach ausgedehnter Meniskusteilentfernung, so stellt sich oftmals die Frage nach der Möglichkeit der Wiederherstellung des Meniskusgewebes.

 

Technisch ist dies auf zweierlei Arten möglich:

 

1. Artifizielle Meniskusimplantation

2. Meniskus-Allograft Transplantation (Leichenmeniskus)

 

Bei der artifiziellen Meniskusimplantation wird das verloren gegangene Meniskusareal mit einem künstlich hergestellten Ersatzgewebe rekonstruiert. Im Idealfall besiedeln körpereigene Zellen dieses Biomaterial und wandeln es im Laufe von Monaten und Jahren in ein funktionelles Ersatzmeniskusgewebe um.

 

 

Meniskusteilentfernung (links) und Rekonstruktion des Defektareals mit einem künstlichen Meniskusgewebe

Ist nur noch wenig eigenes Meniskusgewebe vorhanden, so ist die Implantation eines Spendermeniskus von einem Verstorbenen eine Alternative.

Bei deser Technik wird der gesamte Meniskus mitsamt der knöchernen Meniskusaufhängung ersetzt. Voraussetzung hierfür ist das vorhanden sein eines geeigneten Spendermeinskus, welcher hinsichtlich Grösse und Form dem zu Ersetzenden in etwa entspricht.

 

Technisch ist eine solche Meniskusersatzoperation hoch anspruchsvoll, die Kosten sind ebenfalls sehr hoch, so dass diese Methode sehr speziellen Fällen vorenthalten bleibt.

 

Zu erwähnen ist an dieser Stelle die, wenn auch geringe, Möglichkeit einer Infektion durch das transplantierte Gewebe (z.B. Hepatitis oder HIV) mit den entsprechend nachteiligen Folgen.

 

Eine Abstossungsreaktion von Meniskus- oder Knochengewebe ist hingegen, anders als bei Organverpflanzungen, eine absolute Seltenheit. Die lebenslange Einnahme von Medikamenten gegen eine Abstossungsreaktion ist also nicht erforderlich.

Meniskustransplantation mit knöcherner Verankerung des Spendergewebes im Schienbeinkopf